Andrei Nazarov: Ein Abstieg mit Folgen

 

Andrei Nazarov hat vergangene Woche gleich zwei Jobs verloren. Sein Traineramt bei Bayrs Astana in der KHL und den Posten als Übungsleiter der kasachischen Nationalmannschaft. Ein tiefer Fall. Andrei Nazarov: Ein Abstieg mit Folgen weiterlesen

Mozyakin: Rekorde für die Ewigkeit

Историческая шайба #428.

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Ein Tor für die Geschichtsbücher: Sergei Mozyakin, Kapitän von KHL-Meister Metallurg Magnitogorsk erzielte am Samstag seinen insgesamt 428 Treffer im russischen Elite-Eishockey. Damit egalisierte er einen Uralt-Rekord von Boris Mikhailov. Die Fans feierten den Torschützen wie eine Meisterschaft. Mozyakin peilt dagegen bereits ein neues Ziel an: 500 Tore hat in Russland noch nie ein Stürmer geschossen.

Frischer Wind in der KHL

Es geht wieder los. Mitten im Hochsommer startet die KHL in ihre neunte Spielzeit. Wir wagen einen Ausblick auf großen Sport, spannende Momente und neue Stars. Unterteilt in die beiden Conferences und mit einer detaillierten Prognose für alle Eishockeyfans, die die multinationale Liga noch nicht so gut kennen. Vorhang auf.

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Eine Diva auf Schmusekurs

Ilya Kovalchuk ist voll motiviert. Gemeinsam mit seinen Kollegen von SKA St. Petersburg schwitzt er in der harten Vorbereitung unter dem neuen Coach Oleg Znarok.

Sein Blick geht nur nach vorne: „Leider war die Pause in diesem Jahr besonders lang, aber jetzt bin ich bereit für die neue Spielzeit“, freut sich der Stürmer auf die Aufgaben im Starensemble. Anders als im Vorjahr verbrachte Kovalchuk den Sommer in seiner Wahlheimat Florida. Weit weg von St. Petersburg, weit weg von den negativen Erlebnissen zum Ende der vergangenen Saison. Zum ersten mal in seiner Karriere wurde der Stürmer während der Playoffs aus dem Kader gestrichen – ohne verletzt zu sein.

Von außen musste er zusehen, wie SKA als amtierender Champion ausschied. Nur vier Spiele bestritt Kovalchuk in der Endrunde, kein Tor und keine Vorlage stehen für ihn zu Buche. Viel wichtiger als die Statistik war aber der große Medienrummel um seine Person. Kovalchuk ist Topverdiener in der KHL, ein Aushängeschild der Liga. Wenn er nicht spielt, muss etwas vorgefallen sein, dachten sich russische wie internationale Medien. Und da es keine spannenden offiziellen Informationen gab, mussten Gerüchte herhalten.

Davon gab es viele: Von Alkoholproblemen bis Konflikte mit dem Trainerteam bzw. dem Management wurde Kovalchuk viel Negatives angedichtet. Je länger sich weder Spieler noch Verein dazu äußerten, desto gewagter wurden die Vorwürfe. Ehemalige Mitspieler und Trainer sorgten sich um Kovalchuk und erkundigten sich wie Slava Bykov sogar direkt vor Ort nach der Wahrheit. Die russische Eishockeywelt war in Aufruhr, zumal Kovalchuk auch für die Heim-WM und den World-Cup nicht nominiert wurde.

„Alles, was mich nicht umbringt, macht mich stärker“, sagt Kovalchuk rückblickend. Erst nach dem Saisonaus und mit etwas Abstand äußerte sich der Stürmer öffentlich zur Situation: „Ich kann nicht erklären, warum das passiert ist. Wir hatten Fitness-Tests vor den letzten zwei Spielen gegen Jaroslavl, die waren vollkommen in Ordnung. Danach wurde mir gesagt, dass ich mich in einer schlechten mentalen Verfassung befinde und ich wurde aus dem Kader gestrichen. Alle Gerüchte, die anschließend über meine Person durch die Presse gingen, haben nichts mit der Realität zu tun.“

Das Kapitel ist für Kovalchuk damit abgeschlossen. Viel wichtiger als der Blick zurück ist seine neue Rolle im Team. Denn mit der Verpflichtung von Pavel Datsyuk, der Rückkehr von Plotnikov und Tikhonov und vor allem der Übername des Sbornaja-Trainerteams in St. Petersburg, zählt nur die Leistung auf dem Eis.

Wenn Kovalchuk wieder scort, stehen ihm alle Türen offen, auch in der Nationalmannschaft. Wenn nicht, wird es ein ganz schweres letztes Vertragsjahr. Im kommenden Sommer werden die Karten ohnehin neu gemischt. Bis dahin versucht die Diva, auf Schmusekurs zu bleiben und sportlich zu überzeugen.

KHL expandiert nach China

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Kunlun Red Star Peking heißt das jüngste Mitglied der KHL. Bereits ab der Saison 2016/17 wird damit auch ein chinesischer Klub um den Gagarin Cup kämpfen. Ein großer Schritt für die Liga und für das russische Eishockey insgesamt. KHL expandiert nach China weiterlesen

KHL-Saisonrückschau 2015/16

We are the champions!!!

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Stetig bemüht: Ein viel positiveres Zeugnis kann der KHL für Ihre achte Spielzeit nicht ausgestellt werden. Zu viele Experimente, zu viele offene Fragen, zu viele Probleme erlebten Fans, Spieler und Offizielle in den aufgelaufenen Monaten.

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Oleg Znarok wird neuer Trainer von SKA St. Petersburg

Es ist die aktuell wichtigste Personalentscheidung in der KHL. Der russische Nationaltrainer Oleg Znarok kehrt in die Liga zurück und übernimmt den finanzstärksten Klub: SKA St. Petersburg. Oleg Znarok wird neuer Trainer von SKA St. Petersburg weiterlesen

Sibir: Ein Eishockeymärchen aus Sibirien

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Wie die Erfolge von Sibir dem Standort Novosibirsk neuen Glanz verleihen:

Plötzlich geht alles ganz schnell: „Bis 30. September 2016 soll die Finanzierung einer neuen Multifunktionshalle geklärt werden.“ Außerdem: „Bis 1. Juni 2016 soll ein Maßnahmenkatalog erarbeitet und beschlossen werden, um die Junioren WM 2022 in Novosibirsk auszutragen.“ Diese hölzern klingende Informationen auf der Webseite des russischen Präsidenten geben einer ganzen Region neue Hoffnung.

Der Hintergrund ist schnell erzählt: Seit Jahren gehört Sibir Novosibirsk zu den Pleitekandidaten der KHL. Sommer für Sommer quält sich der Klub mit dem Budget für die nächste Spielzeit. Sommer für Sommer verlassen die besten Akteure den Verein, um bei der Konkurrenz lukrativere Verträge zu unterzeichnen. Irgendwie schaffte es Sibir aber dennoch, immer wieder an den Start zu gehen und dabei zu überzeugen. In der abgelaufenen Runde erreichte das Team souverän die Playoffs und scheiterte am späteren Gagarin Cup Champion Metallurg Magnitogorsk.

Die sportlichen Erfolge des Klubs und die enorme Unterstützung der Zuschauer sind nun der Schlüssel, um das Tor in eine vielversprechende Zukunft weit aufzustoßen. Denn mit den Regierungsschreiben im Rücken mausert sich Sibir zum Vorzeigestandort der KHL.

Die Daumen drücken alle Eishockeyfreunde in Russlands drittgrößter Stadt dafür schon lange. Durch die Unterstützung seitens des Präsidenten scheint ihr Traum nun aber realistisch. Erstes wichtiges Teilziel auf dem Weg dahin: Novosibirsk soll die Junioren WM 2022 ausrichten. Dafür erhält die Region die lang ersehnte neue Halle und damit Planungssicherheit für die Zukunft sowie größere Vermarktungschancen. Gouverneur Wladimir Gorodezki unterstreicht: „Eishockey gehört traditionell zu den populärsten Sportarten der Region. Sibir erreichte in der abgelaufenen KHL-Saison als einziger Verein eine Hallenauslastung von 100 Prozent. Wenn also die Entscheidung zur Junioren-WM zugunsten von Novosibirsk ausfällt, wird das Projekt der neuen Halle schnell umgesetzt.“

Gleichzeitig soll die Millionenmetropole zu einem nationalen Eishockeyzentrum aufgebaut werden, um zukünftige Stars für die Sbornaja auszubilden. „Wir brauchen mindestens drei solcher Zentren, um die besten Spieler optimal auszubilden“, erklärt der russische Verbandspräsident Vladislav Tretiak. Geht alles glatt, fließen in Zukunft also Staatsgelder nach Novosibirsk, um die Sportart Eishockey auch in Sibirien zu fördern und weiterzuentwickeln. Für den notorischen Pleitekandidaten Sibir eine herausragende Nachricht. Denn auch in diesem Sommer stehen bereits namhafte Spieler, darunter gleich vier Importakteure der abgelaufenen Spielzeit als Abgänge fest.

Mit der präsidialen Unterstützung im Rücken wird Sibir Novosibirsk zwar noch nicht gleich in einer Finanzliga mit den Oligarchenteams spielen. Langfristig aber sollten zumindest die sommerlichen Hängepartien beendet sein und der Klub zu einem zentralen Leuchtturm der KHL aufsteigen. Wenn das Eishockeymärchen aus Sibirien tatsächlich wahr wird.