Antipoden der KHL

Jubelnde Fans und zufriedene Verantwortliche auf der einen Seite – traurige Gesichter und ratlose Manager auf der anderen: In der KHL liegen Freud und Leid dicht beieinander. Doch nur selten ist der Kontrast so groß wie aktuell zwischen dem überraschend starken Neuling Zagreb und dem gestürzten Favoriten aus Omsk.

„Uns allen reicht es wirklich, zu verlieren.“ Sergei Kostitsyn ist sauer, verzieht keine Miene und schaut auf den Boden. Der Außenstürmer von Avangard Omsk hat sich seine Rückkehr aus der NHL komplett anders vorgestellt: Nur neun Punkte aus 13 Spielen holte der selbsternannte Titelfavorit bisher. Seitdem Coach Milos Riha die Verantwortung trägt, verlor Omsk sogar die letzten sechs Spiele in Serie.

Der Frust ist groß in Sibirien, ebenso die Ratlosigkeit. Noch einen Trainerwechsel können die Verantwortlichen nicht riskieren. Daher müssen jetzt die Spieler mit Konsequenzen rechnen. Besonders unzufrieden ist man mit dem finnischen Torhüter Teemu Lassila – sein Vertrag wurde aufgelöst. Er allein ist jedoch nicht dafür verantwortlich, dass Avangard mit bisher 57 Gegentoren die schlechteste Abwehr der gesamten Liga stellt. Nun soll Ex-NHL-Torhüter Mathieu Garon den Abwärtstrend stoppen: Gemeinsam mit Andrei Mezin bildet der Kanadier das neue Torhüterduo in Omsk und soll Avangard zurück auf den Erfolgsweg führen.

Über 4000 Kilometer weiter, in Kroatiens Hauptstadt Zagreb, haben die Verantwortlichen vor der Saison mit allen Widrigkeiten gerechnet. Ist das neuformierte Team tatsächlich ligareif? Können die vornehmlich nordamerikanischen Akteure das hohe technische und spielerische Niveau mitgehen? Nach 13 Spielen lautet die Antwort eindeutig ja: Medveščak Zagreb ist eine Bereicherung für die KHL.

Besonders stark sind die Kroaten, wenn sie zu Hause antreten dürfen. Denn dann geht es auf die kleinere, nordamerikanische Eisfläche. Hier kommt das geradlinige Spiel besonders zur Geltung, der direkte Weg zum Tor, die krachenden Bodychecks. Fünf Spiele in Serie ist Zagreb mittlerweile unbesiegt. Darunter waren so namhafte Gegner wie SKA St. Petersburg und Barys Astana – das bisher beste Team in der Eastern Conference. Auch das direkte Duell der beiden Mannschaften entschied Zagreb für sich: Beim 4:0 hatte Omsk keine Chance.

Sechs Siege in Folge für Zagreb – sechs Niederlagen für Omsk. Für beide Teams ist der aktuelle Lauf dennoch nur eine Momentaufnahme. Denn das Potential im Team von Avangard ist weiterhin gewaltig und Medvescak kann nicht nur auf die Heimspiele schauen. Will der Neuling in die Playoffs, muss das Team in Zukunft auch auswärts erfolgreich sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.