Admiral spricht Deutsch

Sergei Svetlov ist der neue Trainer von Admiral Wladiwostok. Der Wahl-Kaufbeurer übernimmt den Trainerposten von Hannu Jortikka. Svetlov, der einen deutschen Pass besitzt, soll den KHL-Neuling und Nationalstürmer Felix Schütz in die Playoffs führen.

„Hannu war innerhalb von ein bis zwei Tagen weg, ohne sich zu verabschieden.“ Felix Schütz erlebt seinen ersten Trainerrauswurf in der KHL mit Erstaunen. Offiziell verlässt Jortikka Admiral wegen seiner erkrankten Frau in Finnland. Hinter den Kulissen knirschte es in der Zusammenarbeit aber seit Wochen. Überrascht war das Team trotzdem: „Die Trennung kam für uns unerwartet“, beschreibt Schütz die Reaktion der Mannschaft.

Viel Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen, bleibt den Spielern im dichtgedrängten Terminkalender nicht. Bevor Svetlov als offizieller Nachfolger präsentiert wurde, leitete Assistenzcoach Alexander Selivanov das Training. Der langjährige Krefelder soll nun unter Svetlov weiter reifen – eine gemeinsame Geheimsprache können sie bereits: Nur Felix Schütz würde etwas verstehen, wenn sich die beiden Trainer plötzlich auf Deutsch unterhielten. Ob es etwas hilft, um die schwierige Aufgabe gemeinsam zu lösen?

Für Admiral Wladiwostok kommt der Umbruch jedenfalls zu einem heiklen Zeitpunkt: Jedes Spiel ist für die ersehnte Playoff-Qualifikation entscheidend. Eine Übergangszeit, große taktische Neuerungen vorzunehmen, gibt es nicht: „Tiefgreifende Änderungen wird es nicht geben“, erklärt Svetlov nach seinem Debüt und fügt hinzu: „Klar ist aber auch, dass wir vor allem vor dem gegnerischen Tor aggressiver werden müssen.“

Angesprochen ist damit auch Stürmer Felix Schütz. Der deutsche Nationalstürmer ist aktuell der Topscorer im Team und fühlt sich bei seinem großen Abenteuer weiterhin pudelwohl: „Es läuft dieses Jahr wirklich super und ich kann mich persönlich nicht beklagen“, so Schütz. Mit durchschnittlich fast 20 Minuten Eiszeit pro Partie und viel Vertrauen in entscheidenden Spielsituationen gehört er zu den positiven Überraschungen beim Liga-Neuling.

Und für den harten Kampf um die Playoffs hat Admiral noch einen Trumpf im Ärmel: Anders als die restlichen russischen Teams darf Admiral sieben statt fünf ausländische Akteure einsetzen. Vielleicht kann Svetlov daher bald auf Verstärkung hoffen. Bis es jedoch soweit ist, muss das aktuelle Team das Auf und Ab der vergangenen Wochen alleine in den Griff bekommen. Die „Deutschen“ im Team stehen dabei unter besonderer Beobachtung.

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