Sergei Shirokov: Ein Torjäger mit Tiefgang

Avangard Omsk ist zurück im Konzert der großen KHL-Teams. Nach einer schwachen Spielzeit ohne Playoffs und zwei Trainerentlassungen agiert die Mannschaft unter dem neuem Management wieder erfolgreich. Verantwortlich dafür ist neben Rückkehrer Raimo Sumanen hinter der Bande vor allem ein Spieler mit besonderem Bezug zu Deutschland: Stürmer Sergei Shirokov.

Wissbegierig und risikofreudig ist Sergei Shirokov bereits als junger Spieler. Der Rechtsschütze durchläuft die harte Schule von CSKA Moskau, wird Im Jahr 2004 U18-Weltmeister und schließlich erster Topscorer des legendären Hauptstadtklubs in der neugegründeten KHL 2008/09. Dann der erste Bruch: Anstatt in der KHL zu bleiben und viel Geld zu verdienen, wagt Shirokov den Sprung nach Nordamerika – trotz seiner Größe von nur 1,78 Metern und ohne Absicherung und Garantie auf den Erfolg: Doch er möchte etwas Neues ausprobieren, eine andere Kultur, ein anderes Leben kennen lernen.

Auch wenn es mit der NHL-Karriere nicht klappt und er nach zwei Spielzeiten in die bekannte Umgebung nach Moskau zurückkehrt: Shirokov ist in Übersee reifer geworden und möchte weiter lernen: sportlich, aber auch persönlich. Vor seiner ersten Weltmeisterschaft mit der Sbornaja kämpft er 2012 bei zwei Spielen in Deutschland um einen Platz im Kader – und interessiert sich gleichzeitig intensiv für das unbekannte Land. Deutsche Autos und deutsche Autobahnen faszinieren Shirokov besonders, aber auch die politische Situation und der Lebensstil der Menschen.

Die Bundesrepublik ist ein gutes Pflaster für ihn: Nach den zwei Spielen gegen das DEB-Team in der Vorbereitung wird Shirokov mit Russland Weltmeister – gleiches passiert zwei Jahre später vor der WM in Minsk. Auch hier kämpft er bei zwei Partien in München und Landshut um einen Platz im Team und gewinnt wenige Wochen später Gold.

Sportlich lief es vergangene Saison für Shirokov trotzdem eher durchwachsen. Bei seinem Ausbildungsklub CSKA Moskau trat er auf der Stelle, er musste gehen und sein neuer Klub Avangard Omsk schwächelte in der Liga. Doch die neue Herausforderung in Sibirien und vor allem der WM-Titel veränderten Shirokov erneut zum Positiven: „Es war gut, aus Moskau wegzugehen und etwas Neues zu wagen“, erklärt er im persönlichen Gespräch.

Erneut ist es ein Wagnis, das ihn weiterbringt. Denn seit diesem Sommer, den er zur Saisonvorbereitung mit seinem Klub zum Teil auch in Füssen verbringt, gehört Sergei Shirokov zu den besten Angreifern der KHL: Mit seinem guten Freund Denis Parshin und dem tschechischen Center Vladimir Sobotka bildet er eine der gefährlichsten Sturmreihen der KHL. Mit bisher 14 Toren in 15 Spielen ist der Stürmer hauptverantwortlich für den guten Saisonstart von Avangard. Auch wenn er vergangene Woche krankheitsbedingt fehlte: Dank Sergei Shirokov gehört Omsk wieder zu den Favoriten im Osten.

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