KHL-Überraschungen: Vier Erfolgsmärchen zum Start

Der Saisonbeginn ist ihre größte Chance. Wenn die etablierten Teams noch müde von den Playoffs sind, oder die Superstars erst ihre Form suchen, schlägt die Stunde der Überraschungsteams. Auch in der KHL.

Vier Mannschaften stehen aktuell im Fokus: Vityaz und der slowakische Traditionsklub Slovan Bratislava im Westen. Dazu Avtomobilist sowie Sibir im Osten. Alle vier eint der überraschende Erfolg und das Vorstoßen in zum Teil unbekannte Tabellenregionen. Und doch sind ihre Geschichten ganz individuelle Erfolgsmärchen.

Sibir Novosibirsk ist in diesem Quartett die große Ausnahme: Das Team fühlt sich seit Jahren in der Rolle des Außenseiters so pudelwohl, dass vordere Tabellenplätze nichts ungewöhnliches mehr sind. Eigentlich müsste Sibir daher bereits als etablierte Mannschaft gelten. Eigentlich. Da jedoch auch in diesem Sommer alle Leistungsträger des Vorjahrs mit nur einer Ausnahme den Klub verließen, ist es geradezu eine Sensation, dass Sibir erneut so weit oben steht. Verantwortlich dafür ist ein Mix aus hungrigen Ausländern, dem überragenden Torhüter Alexander Salak und einer kämpferischen Einstellung, allen Widrigkeiten zu trotzen. Die Chancen stehen gut, dass Sibir die Großen weiter ärgern wird.

Deutlich schwerer wird dies für Avtomobilist. Das Überraschungsteam aus Jekaterinburg war zwischenzeitlich sogar Tabellenführer, holte aus den letzten sechs Partien aber nur drei Siege. Die Ex-Mannschaft von Eduard Lewandowski macht fehlendes Talent und finanzielle Mittel mit großem Engagement und Einsatzwillen wett. Der frühe Einbruch schmälert die Hoffnungen auf eine spektakuläre Spielzeit – die Playoffs bleiben aber realistisch.

Dies gilt auch für die beiden bisher größten Überraschungen in der insgesamt stärkeren Western Conference: Das ehemals nur als Faustkampftruppe berüchtigte Vityaz ist in diesem Jahr eine spielstarke Equipe mit Teamgedanken. Die Mannschaft um Ex-NHL-Akteur Maxim Afinogenov setzt auf Geschwindigkeit und Konterspiel. Beim letztjährigen Tabellenschlusslicht Bratislava macht bisher vor allem die Leistung der beiden Torhüter den Unterschied aus. Vor allem Michael Garnett sowie der ehemalige Straubinger Barry Brust sorgen dafür, dass der Underdog auch gegen Topklus ebenbürtig ist. Slovan gewann gegen Dynamo Moskau und zwang St. Petersburg in die Verlängerung.

Es wird spannend, wie sich diese Teams im weiteren Saisonverlauf zurechtfinden, wenn die reicheren Klubs zurück an ihre Stammplätze in der Tab

2 Gedanken zu „KHL-Überraschungen: Vier Erfolgsmärchen zum Start“

  1. Erstmal herzlichen Dank für ihren Blog. Macht echt Freude.

    Jetzt, etwa zwei Wochen nach dem Erscheinen dieses Beitrags, könnte man gut auch noch Medvescak Zagreb erwähnen.

    30 Punkte in 18 Spielen, fünf Punkte vor dem Nicht-Playoff- Platz und Metallurg Magnitogorsk besiegt.

    Klar, die Saison ist noch lang, die Abstände folglich noch unbedeutend. Es ist aber zu hoffen, dass sich die Kroaten zu Saisonbeginn genug Punkte angefressen haben, um die Saison auf einem Playoff-Platz abzuschliessen.

    1. Danke für diese Anregung und Ihre Einschätzung. Ich freue mich immer über Feedback. Medvescak ist tatsächlich eine Überraschung und dabei ein Wiederholungstäter. Denn nach dem Kaderumbruch im Sommer hat sich das Gesicht des Teams erneut stark verändert. Ich verfolge die Mannschaft intensiv und werde im Laufe der Saison auf jeden Fall auch wieder über Zagreb schreiben.

      Gruß Daniel

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