Avangard Omsk im Fokus


Neben SKA St. Petersburg sorgt mit Avangard Omsk auch der zweite von Gazprom gesponserte Klub für die größten Schlagzeilen dieses Sommers in der KHL. Aktuell befindet sich das Team im tschechischen Chomutov zur Saisonvorbereitung. Weit weg von den sibirischen Sorgen in der Heimat, weit weg von den Schlagzeilen der russischen Gazetten. Dennoch wird die neueste Nachricht auch in Chomutov mit großem Interesse verfolgt, auch wenn das Team spätestens seit dem Abflugtag Bescheid wusste.

Stürmer Alexander Popov, Olympiateilnehmer, Weltmeister und Galionsfigur des Klubs, gehört nicht mehr zur Mannschaft. Nach 18 Spielzeiten, in denen er ausschließlich für Omsk in unterschiedlichen Ligen auf dem Eis stand. „Sowohl dem Klub als auch Alexander selbst ist diese Entscheidung sehr schwer gefallen“, erklärt General Manager Viktor Shalaev auf der offiziellen Webseite und fügt hinzu: „Wir haben versucht, einen Kompromiss zu finden. Der Grund für die Trennung liegt aus unserer Sicht in der Notwendigkeit, die Karriere von Alexander neu zu starten.“

Vor allem für die Fans sind Entscheidung und Erklärung ein Schock. Ja, sportlich waren die vergangenen zwei Spielzeiten des Stürmers keine Offenbarung. Popov, der in der neuen Saison bei CSKA Moskau spielen wird, kämpfte mit diversen Verletzungen, vor allem aber mit seiner Motivation. Jeder im Umkreis des Teams wusste: Wenn es für Popov bei einem Wechsel schlecht läuft, hakt er mitunter das ganze Spiel ab. Er ist introvertiert, leise, aber technisch einer der herausragendsten Akteure der gesamten KHL.

Verständnisvolle Trainer waren daher für Popov immer Grundvoraussetzung für seinen Erfolg. Offenbar waren die Verantwortlichen in Omsk nach zwei schwachen Spielzeiten aber zu keinen weiteren Kompromissen mehr bereit. Die Trennung passt in das Bild von Avangard Omsk in diesem Sommer. Nach dem enttäuschenden Aus in den Playoffs wurde es erst sehr still, ehe sportliche Schlagzeilen, vor allem aber Gerüchte und Halbwahrheiten für Gesprächsstoff sorgten. Der Klub ist daran nicht unbeteiligt. Viele Wochen ließ man Trainer Evgeny Kornоukhov im Unklaren, ob er bleiben darf oder ersetzt wird. Vertrauen sieht anders aus, zumal Namen wie Sergei Zubov als Nachfolger bereits gehandelt wurden. Jetzt darf Kornоukhov weitermachen, unter besonderer Beobachtung.

Nächste Baustelle ist das Tauziehen um Center Vladimir Sobotka. Quasi im Wochentakt vermeldeten die Blues seine Rückkehr in die NHL und Omsk dementierte umgehend. Sobotka machte seinem Frust – in seinen bisher zwei Saisons für Avangard fehlte der Tscheche immer zur entscheidenden Saisonphase wegen einer Verletzung – über die Medien Luft. Fakt ist: Sein Vertrag läuft noch ein Jahr und für einen vorzeitigen Wechsel müsste er tief in die eigene Tasche greifen. Auch wenn weiterhin alles möglich ist, bleibt Sobotka wohl in Omsk.

Sein potentieller Nachfolger wurde mit Derek Roy dennoch bereits verpflichtet. Zusammen mit weiteren namhaften Neuzugängen steht der Kanadier stellvertretend für den neuen Stil von Omsk: In der kommenden Saison soll gradliniger und konsequenter agiert werden. Auf dem Papier ist Avangard aktuell das bestbesetzte Team im Osten.

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