Spieler gegen Geld: Woran die internen KHL-Tranfers kranken

 

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Als erste Liga startete die KHL bereits im August in die Spielzeit und als erste Liga schloss am Weihnachtswochenende das Transferfenster für diese Saison. Wer sind die Gewinner, wer die Verlierer der Tauschgeschäfte?

Nein, spektakulär verlief dieser 25. Dezember 2016 nicht. Viele große Namen wurden im Vorfeld in der Gerüchteküche  gehandelt, am Ende belauerten sich die großen Klubs jedoch nur und vertrauten größtenteils auf ihren aktuellen Kader.

Weder SKA St. Petersburg noch CSKA Moskau oder der amtierende Champion Metallurg Magnitogorsk gingen auf große Einkaufstour. So blieben sowohl die beiden heiß begehrten russischen Nationalstürmer Maxim Shalunov und Stepan Sannikov bei Sibir und auch Ex-NHL-Profi Nikita Filatov stürmt weiter für Lada und wechselt nicht zu einem Cup-Anwärter. Stattdessen sorgten vor allem die Teams rund um den Playoff-Strich für Arbeit in der Ligazentrale.

Wie schwer es selbst für finanzstarke KHL-Standorte mittlerweile ist, während der Spielzeit brauchbares Personal zu finden, zeigt das Beispiel Salavat Yulaev Ufa. Seit Wochen sucht der Klub einen Ersatz für den verletzten Center Andreas Engqvist – doch ohne Erfolg. Am Ende wurde die Zeit knapp und so fädelte Ufa einen Tausch mit Zagreb ein und überwies für den Tschechen Tomas Mertl eine finanzielle Entschädigung in Richtung Kroatien.

Nicht nur deshalb gehörte Medvescak Zagreb zu den insgesamt aktivsten Teams am Ende dieser Transferperiode, mit einem fragwürdigen Geschäftsmodell: Denn obwohl das Team nach einem starken Saisonstart in der Tabelle zuletzt durchgereicht wurde, sind die Playoff-Träume rein rechnerisch in Kroatien noch nicht ausgeträumt. Dennoch entschied sich der Klub, die auch in dieser Spielzeit erneut großen Finanzlöcher mit lukrativen Verkäufen zu stopfen.

Bereits im Vorjahr hatte Zagreb mit ähnlicher Taktik die besten Akteure bereits vor Jahresfrist verkauft und den Rest der Spielzeit praktisch hergeschenkt. Auch 2016 durfte sich die Konkurrenz bei Medvescak nach Belieben bedienen, zumindest wenn der Preis stimmt. So wechselt auch Terry Galiardi in die Eastern Conference: zu Neftekhimik. Großer Verlierer sind die Fans in Zagreb, die erneut die besten Aktuere ihres Team mitten in der Saison verlieren. Eventuell kann Medvescak so aber den KHL-Standort insgesamt für die Zukunft sichern.

Generell lässt sich an diesem letzten Transfertag eindeutig die große finanzielle Kluft zwischen den einzelnen Klubs erkennen. Denn auch Avangard Omsk verstärkte seine Defensive mit zwei Verteidigern, für die der Titelkandidat keine eigenen Spieler eintauschte, sondern mit Rubeln bezahlte. Sowohl für Vitaly Menshikov (aus Novosibirsk) als auch für Mikhail Grigoryev (aus Wladiwostok) überwies Omsk einfach Geld. 

Durch entsprechende Verkäufe werden die finanzschwachen Teams zwar ihre größten Geldsorgen kurzfristig los, das sportliche Gefälle zwischen Arm und Reich wird aber immer größer. Erst wenn die Liga dieses Dilemma erkennt und die fragwürdigen Tauschgeschäfte Spieler gegen Zahlungen verbietet, verlaufen vielleicht auch die Trade-Deadlines in Zukunft wieder interessanter.

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