Spektakuläres Saisonfinale in der KHL

 

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So eng war es noch nie. Kurz vor Ende der regulären Saison sind in der KHL viele wichtige Fragen weiterhin offen. Wer gewinnt die Hauptrunde? Wer schafft es auf den letzten Metern noch in die Playoffs? Für wen ist die Saison bereits am 18. Februar beendet?

In der multinationalen KHL sind aktuell Mathematiker hoch im Kurs. Denn während die Nationalmannschaft die Länderspielpause für das Turnier in Schweden nutzt, rechnen die Klubmanager von Helsinki bis Wladiwostok, wie viele Punkte bei den zwei bis drei noch ausstehenden Partien nötig sind, damit es mit der Playoff-Qualifikation tatsächlich klappt. Die erste Sensation steht dabei bereits fest: Traktor Tscheljabinsk kehrt in die Endrunde zurück.

Der Finalteilnehmer von 2013 wagte vor Saisonbeginn das Experiment, mit einem starken Mix aus sehr erfahrenen und vielen jungen Akteuren in die Spielzeit zu gehen. Das Risiko zahlte sich aus, Traktor ist zurück im Kampf um den Gagarin Cup und wird mit weiterhin defensiver Spielausrichtung und dem starken Torhüterduo Pavel Francouz und Vasily Demchenko ein sehr unangenehmer Gegner. Der spannende Kampf um die letzten freien Plätze für die Endrunde bleibt Traktor in diesem Jahr also erspart.

Zum Redaktionsschluss am vergangenen Sonntag kämpften derweil noch elf Mannschaften um sieben verbliebene Startplätze. Während es im Osten am 18. Februar nur einen Verein treffen wird, für den die Spielzeit vorzeitig beendet ist, liefern sich die Klubs im Osten ein wahres Kopf an Kopf-Rennen. Besonders spannend ist die Situation, weil sich Erwartungen und Realität aus ganz unterschiedlichen Richtungen begegnen.

Denn während Liganeuling Kunlun Red Stars sowie Admiral Wladiwostok mit einer Teilnahme vor Saisonstart nicht fest planen konnten, sieht die Situation bei Salavat Yulaev Ufa und Sibir Novosibirsk komplett anders aus. Beide gehören zu den regelmäßigen Endrundenteilnehmern der KHL und stehen aktuell mit dem Rücken zur Wand. Besonders dramatisch ist die Lage in Ufa. Der letztjährige Halbfinalist aus dem Osten befindet sich seit Wochen im sportlichen Sturzflug. Torhüter Niklas Svedberg ist ausgerechnet zur wichtigsten Saisonphase komplett außer Form und Topscorer Linus Omark fällt mit einer Beinverletzung aus. Dennoch ist genügend spielerische Qualität vorhanden, um die Niederlagenserie gerade noch rechtzeitig abzubremsen. Zwei Heimspiele stehen für Ufa noch auf dem Programm, der Druck auf das Team und die Trainer ist gigantisch.

Bei Sibir ist die Situation genau anders herum und ebenfalls sehr angespannt. Hier liegt der Durchhänger bereits Wochen zurück. Seitdem gewinnt die Mannschaft zwar regelmäßig, doch trotz vieler Erfolge in den vergangenen Partien, wird es für das Team von Trainer Skabelka sehr eng, doch noch auf den Zug aufzuspringen.

Die Teams an der Spitze der Tabellen beschäftigen sich dagegen mit anderen Problemen. Während SKA und CSKA noch um den Malus des Hauptrunden-Champions kämpfen, geht es im Osten vor allem darum, die Form zu halten und keine Verletzungen mehr zu riskieren.

Eine tolle Ausnahme war das Aufeinandertreffen von St. Petersburg gegen Magnitogorsk am vergangenen Freitag. Das mögliche Gagarin Cup-Traumfinale bot spektakuläre Spielzüge bis zum entscheidenden Penaltyschießen: „Das war eine großartige Werbung für unseren Sport. Viele Tore, zwei gute Mannschaften und ein sehr interessantes Eishockey“, freute sich Metallurgs Trainer Ilja Vorobjev anschließend. Der Ex-Frankfurter und amtierende Meister schließt die Hauptrunde als Tabellenerster im Osten ab. Sein Gegner in der ersten Runde wird voraussichtlich erst am letzten Spieltag feststehen. Denn bis dahin bleibt es in der KHL so spannend wie noch nie.

 

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