Deutsches Finale in der KHL

 

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Entweder Oleg Znarok (früher u.a. in Landsberg, Freiburg, Heilbronn aktiv) oder Ilja Vorobjev (Frankfurt, Krefeld, Mannheim) gewinnen 2017 den Gagarin Cup.

Als Cheftrainer von SKA St. Petersburg und Metallurg Magnitogorsk stehen sich die beiden Wahl-Deutsche ab dem Wochenende erstmals in einer Playoff-Serie gegenüber. KHL-Fans hoffen, dass zumindest dieses Aufeinandertreffen für die bisher enttäuschende Endrunde entschädigt. Denn das Duell zwischen SKA und Metallurg soll endlich die Spannung, Action und Intrigen bringen, die in der laufenden Endrunde bisher so schmerzlich vermisst werden.

Beide Mannschaften verloren bisher nur eine einzige Partie, die jeweiligen Conference-Endspiele endeten synchron jeweils mit 4:0-Siegen für den Favoriten. Zum ersten Mal in der Geschichte des Gagarin Cups gab es bisher zudem keine einzige Serie, die über die volle Distanz von sieben Spielen ging. Es ist also nur folgerichtig, dass sich die beiden bisher so dominierenden Teams nun im Finale gegenüberstehen. Eine Vorhersage über den Ausgang ist schwierig: Bei Metallurg agiert die beste Sturmreihe der Liga auch in den Playoffs überragend, bei SKA dagegen spielen sich von Partie zu Partie andere Akteure in den Vordergrund.

Welche Teams spielen 2017/18 in der KHL?

Während sich die beiden Mannschaften auf den Saisonhöhepunkt vorbereiten, steht bei allen anderen KHL-Teams bereits die Planung für die neue Spielzeit im Vordergrund. Eine Meldung aus der vergangenen Woche schreckte dabei vor allem Fans von Yugra Khanty-Mansiysk und Metallurg Novokuznetsk auf: Angesichts von Sparmaßnahmen aufgrund der wirtschaftlichen Situation in Russland soll bereits ein Spielplan ohne die Klubs erstellt worden sein. „Für uns sind diese Gerüchte überhaupt nicht nachzuvollziehen“, schimpft Yugras General Direktor Vasili Filipenko und fügt gegenüber der Zeitung R-Sport hinzu: „Wir wollen in der neuen Saison nicht nur in der KHL antreten, sondern unsere Ergebnisse deutlich verbessern.“

Tatsächlich unterstreicht die bisherige Personalpolitik von beiden Klubs bisher nicht, dass sie in wenigen Monaten nicht mehr zur KHL-Familie gehören sollen. Doch was heißt das in Russland schon und wen trifft es sonst? Fakt ist, dass der russische Staat eine Verkleinerung der Liga als ein mögliches Einspar-Szenario bereits vor Monaten publik machte. Die Sportsubventionen sollen und werden sinken. Doch wie genau, bleibt der Öffentlichkeit bisher vorenthalten. „So ein Verkleinerungsprozess braucht Zeit und muss bis ins letzte Detail durchdacht sein“, kritisiert Spielergewerkschaftsboss Andrei Kovalenko und fügt hinzu: „Zu den Kriterien der KHL-Teilnahme gehören u.a. die Wirtschaftlichkeit, die Auslastung der Arenen und die Gehaltsgrenzen. Klubs, die auf der Kippe stehen, müssen zumindest die Chance erhalten, ihre Situation zu verbessern.“

Laut KHL haben alle Teilnehmer bis Ende April Zeit, ihre Unterlagen für die neue Saison einzureichen. „Daher sind davor alle Kommentare über die Ligenstärke der neuen Saison voreilig“, erklärt die Liga per Pressemitteilung. Das jährliche Sommertheater beginnt in der KHL in diesem Jahr also noch bevor der Gagarin Cup-Sieger feststeht. Ein untrügliches Zeichen, dass hinter den Kulissen bereits hart verhandelt wird.

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