Jubiläum ohne Jubel

 

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Die KHL startet mitten im Hochsommer in ihre zehnte Spielzeit. Das Jubiläum steht unter keinen guten Vorzeichen: Vorhang auf für eine Saison der besonderen Extreme.

Western Conference

Nur noch 13 Mannschaften kämpfen im Westen um die beste Ausgangslage in den Playoffs, weil sich Medvescak Zagreb aus der KHL zurückzog. Für das erwartete Duell an der Spitze spielt diese Entscheidung keine Rolle. Denn aller Voraussicht nach wird es erneut ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem aktuellen Gagarin Cup-Champion SKA St. Petersburg und Vorjahres-Hauptrundensieger CSKA Moskau.

Beide Standorte verfügen über fast unerschöpfliche Finanzressourcen, weil sie als Basisklubs für die Sbornaja auserkoren wurden und dafür von den russischen Staatsfirmen Gazprom (St. Petersburg) und Rosneft (Moskau) mit Millionenzahlungen unterstützt werden. „Der finanzielle Unterschied zwischen den reichen Klubs und den Außenseitern ist acht Mal so groß“, erklärte Ligapräsident Dmitry Chernyshenko. Gleichzeitig versprach er, dem Problem schrittweise mit einer immer weiter sinkenden Gehaltsobergrenze begegnen zu wollen.

Bis es jedoch so weit ist, bleibt das große Gefälle vorhanden. In dieser Sommerpause sorgte vor allem CSKA für Schlagzeilen. 19 Neuzugänge gilt es einzugliedern, eine Woche vor Saisonstart besteht der Kader aus 34 gestandenen Profis! Während in der NHL solche aufgeblähte Kader verboten sind, ist diese Form der Wettbewerbsverzerrung in der KHL noch erlaubt.

Auf dem Papier kann gegen diese Übermacht einzig SKA mithalten. Ohne Vadim Shipachyov und Evgeni Dadonov wird es aber schwerer als im Vorjahr. Hinter diesen beiden Klubs folgt mit großem Abstand eine ganze Gruppe an Herausforderern: Lokomotive, Jokerit, Torpedo, Vityaz, dazu die Skandalklubs Minsk und Dynamo Moskau sowie eventuell ein Überraschungsteam. Das Rennen um die Playoff-Plätze sollte wie im Vorjahr lange Zeit spannend bleiben. Denn auch in der Jubiläumsspielzeit gilt die Western Conference insgesamt als ausgeglichener besetzt.

Eastern Conference

Doch der Osten holt auf. Als Topfavorit für die Finalteilnahme um den Gagarin Cup gilt vor der Spielzeit Ak Bars Kazan. Der zweimalige Champion hat sich klug verstärkt und zuletzt mit der Verpflichtung von Andrei Markov sogar einen Superstar verpflichtet.

Federn lassen musste dagegen Metallurg Magnitogorsk. Das Team von Ilja Vorobjev schaffte es im Frühling erneut bis ins Finale, verlor in der Sommerpause aber zahlreiche Leistungsträger. Auch Avangard Omsk befindet sich in einem Transformationsprozess. Trotz schlechter Vorbereitungsergebnisse ist mit dem Team aus Sibirien aber zu rechnen.

Besonders spannend ist auch in dieser Spielzeit das Projekt Red Star Kunlun. Als Liganeuling gelang im Vorjahr gleich die Qualifikation für die Playoffs. In der Sommerpause folgte zwar ein großer Umbruch, dafür wurde reichlich Qualität eingekauft, um den nächsten Schritt zu machen. Ebenfalls interessant zu beobachten wird das Auftreten von Ufa sein. Unter dem finnischen Ex-Nationaltrainer Westerlund scheint es nur zwei mögliche Szenarien zu geben: Entweder Salavat überrascht mit konstant starken Leistungen oder der Finne wird nach nur kurzer Zeit wegen Erfolgslosigkeit entlassen.

Nicht mehr in der Liga ist Dauerschlusslicht Metallurg Novokuznetsk. Praktisch über Nacht wurde der Talentschmiede die Tür vor der Nase zugeschlagen. Um den weiterhin großen Finanzproblemen Herr zu werden, hat die Ligazentrale ein Ranking erstellt, in dem der sportliche Erfolg, eventuelle Lohnrückstände, Zuschauerauslastung und die TV-Einschaltquoten jedes Liga-Mitglieds miteinander verglichen werden. Metallurg wurde als erstes Schlusslicht aussortiert. Langfristig will die KHL die Teilnehmeranzahl auf 24 Klubs reduzieren.

Bis dahin wird es für die kleinen Standorte ohne Unterstützung der Staatskonzerne immer schwieriger. Aktuell stehen Lada, Yugra und Amur auf den hinteren Plätzen dieses Rankings. In der neuen Saison spielen viele Klubs daher nicht nur um Punkte, sondern auch um die Zukunft in der multinationalen Liga überhaupt.

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