Große Herausforderung für Ilja Vorobjev

 

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Natürlich war die Hoffnung groß, dass es doch nicht so schlimm wird. Natürlich lesen auch die Verantwortlichen in Magnitogorsk Zeitung und natürlich konnten Management und Trainerteam auch ohne Fremdanalyse gut einschätzen, dass 2017/18 eine besonders schwierige Saison wird. Dennoch schmerzt der schlechte Saisonstart von Magnitka die Verantwortlichen im Ural – und unter Druck steht jetzt vor allem Trainer Ilja Vorobjev.

Irgendwann holt die sportliche Realität jede Illusion der Sommerpause ein. In Magnitogorsk ging es in diesem Jahr besonders schnell. Sieben Siege aus 14 Spielen, ein nur ausgeglichenes Torverhältnis und eine Platzierung in der Tabelle knapp unter bzw. über der Playoff-Qualifikation. Für ein normales Team wäre so ein Beginn kein Problem, doch in Magnitogorsk sind die Erwartungen andere.

Der Gagarin Cup-Sieger von 2014 und 2016 sowie Vizemeister 2017 dominierte in den vergangenen beiden Jahren die Eastern Conference. Im vergangenen Jahr kassierte die Mannschaft bis zur Finalserie nur eine einzige Niederlage in der Endrunde. Unter den fünf besten Scorern der Playoffs 2017 waren am Ende sogar vier Spieler von Metallurg. Und genau hier beginnt die Erklärung für das bisher so durchwachsene Auftreten von Magnitka: Denn mit Danis Zaripov und Chris Lee stehen zwei dieser vier herausragenden Akteure nicht mehr im Kader.

Auf dem Papier sollen die beiden von Matt Ellison und Nick Schaus ersetzt werden. Und auch wenn die persönlichen Statistiken der beiden nordamerikanischen Neuzugänge bisher über jeden Zweifel erhaben sind: Auf dem Eis können sie ihre beiden Vorgänger nicht ersetzen. Vor allem wenn es darum geht, in kritischen Situationen Führungsstärke zu zeigen, die Mannschaft mitzureißen, zentrale Impulse zu geben. Besonders deutlich machte dies die Partie gegen Rivale Ufa in der vergangenen Woche. Obwohl Magnitka mit viel Anstrengung und Engagement einen 0:3 Rückstand egalisierte, führte eine Unkonzentriertheit in der eigenen Zone direkt nach dem Ausgleich zur Niederlage.

Grund Nummer zwei für die aktuelle Situation ist die neu zusammengestellte Verteidigung. Denn neben Christ Lee verließen auch Viktor Antipin und Alexei Bereglazov den Klub, um in Nordamerika Fuß zu fassen. Auch wenn sich der neue Defensivverbund noch finden muss – hier kommt der Ersatz ebenfalls nicht an die Qualität der Vorgänger heran. Grund Nummer drei für den schlechten Start ist die Torhüterleistung: Vasily Koshechkin und Ilya Samsonov zeigten im Vorjahr überragende Leistungen mit einer Fangquote von knapp unter bzw. knapp über 93 Prozent. Aktuell liegt Koshechkin jedoch nur bei 90 und Samsonov bei 88 Prozent.

Viel Arbeit für Trainer Ilja Vorobjev und doch keine schlechte Voraussetzung für den Rest der Spielzeit, wenn die Verantwortlichen die Geduld behalten. Denn dass die beiden Torhüter besser spielen können, haben sie in der Vergangenheit bewiesen. Auch die Verteidiger werden mit genügend Zeit besser zueinander finden. Bleibt das Problem der Schlüsselspieler: Zaripov und Lee sind nicht zu ersetzen. Viel wird daher davon abhängen, ob Ausnahmestürmer und Kapitän Sergei Mozyakin genügend Motivation besitzt, das Team noch einmal ins Finale zu führen.

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