Spektakel statt Albtraum: Das Gagarin Cup Finale 2018

 

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Vorhang auf für das große Finale in der KHL. In den Endspielen um den Gagarin Cup treffen mit CSKA Moskau und Ak Bars Kazan zwei Teams aufeinander, die weniger für Spektakel, sondern stärker für taktische Disziplin stehen. Zumindest in Spiel eins kamen die Zuschauer dennoch voll auf ihre Kosten.

Kazan genießt Heimrecht in dieser Serie, weil der Klub die Conference im Osten gewann, während CSKA hinter Dauerrivale SKA St. Petersburg nur Rang zwei im Westen belegte. Doch wer im Vorfeld dachte, dass Moskau allein schon durch den Sieg gegen den amtierenden Champion als Favorit ins Finale geht, sah sich schon nach wenigen Spielminuten in Kazan getäuscht. Ak Bars diktierte das Geschehen und zeigte vor allem körperliche Präsenz. 11:2 Checks lautete die Bilanz nach dem ersten Drittel, der Führungstreffer von Stanislav Galiyev war verdient. Insgesamt entwickelte sich eine temporeiche Partie mit vielen Torchancen, die erneut Galiyev nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich von CSKA mit seinem zweiten Treffer entschied.

Der lange Zeit in Nordamerika aktive Stürmer schaffte bei den Washington Capitals nie den großen Schritt ins Stammteam. Und nach seiner Rückkehr in die Heimat war von ihm in der Hauptrunde nur wenig zu sehen. Doch in den Playoffs überzeugt Galiyev bislang mit Torjägerqualitäten. „Ich bin froh, hier im Finale dabei zu sein. Jetzt bleibt nur noch, den Traum zu verwirklichen und den Cup zu gewinnen“, so der Stürmer gegenüber Sport Express.

Insgesamt ist Ak Bars auch statistisch dem Moskauer Spitzenklub mindestens ebenbürtig: 13 Siege in bisher 15 Playoff-Partien, dazu mit Justin Azevedo der bisher erfolgreichste Scorer mit 21 Punkten aus 15 Spielen in den eigenen Reihen. Nicht zu vergessen ist außerdem Trainer Zinetula Bilyaletdinov. Er führte Kazan zu zwei Titeln 2009 und 2010 ehe er zur Nationalmannschaft musste. Nach seiner Rückkehr brachte er die Organisation zurück auf Kurs und könnte nun die Lorbeeren für seine Arbeit ernten. Doch CSKA Moskau wird aus der ersten Niederlage lernen. Dank des großen Reservoirs an Akteuren plant der Hauptstadtklub vielleicht schon bei Spiel zwei (nach Redaktionsschluss) einige Kaderänderungen. Mit Kirill Kaprizov und Mat Robinson fehlten dem Armeeklub zum Auftakt gleich zwei Schlüsselspieler. „Es sind unsere Leader die ganze Saison. Wenn sie zurückkommen, werden sie uns helfen“, erklärte CSKA-Angreifer Mikhail Grigorenko gegenüber der Nachrichtenagentur RIA Novosti.

Insgesamt versprechen die als Abtraum-Finalserie diffamierten Begegnungen nicht nur spannend, sondern auch hochklassig zu werden. Gefragt sind Kondition, Nervenstärke und schnelles Vergessen auf beiden Seiten. Denn im Zweitagesrhythmus geht es weiter.

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