Start der KHL-Playoffs: Selten Überraschungen, trotzdem spannend

Seit Anfang der Woche laufen in der KHL die Playoffs. Die spannendste Zeit des Jahres beginnt in der KHL traditionell früh und bietet nur selten Überraschungen. Doch zwei Serien im Osten und eine im Westen lohnen einer genaueren Betrachtung. Hier ist Action garantiert.

Wer sich die Mühe macht, die KHL-Playoffs statistisch auszuwerten und mit anderen Ligen in Europa und der NHL vergleicht, stellt schnell fest, dass die KHL besonders arm an Überraschungen ist. Fast immer gewinnen in der ersten Runde die besser platzierten Teams, häufig sogar ohne eine einzige Partie zu verlieren.

So wird es aller Voraussicht nach auch in dieser Spielzeit laufen, vor allem in der Western Conference: CSKA und SKA werden ihre Aufgaben gegen Vityaz und Spartak wohl locker lösen, auch Jaroslawl sollte sich gegen Sotschi durchsetzen. Wirklich Gift ist vor allem in der Paarung Dynamo Moskau gegen Jokerit Helsinki drin. Als beide Mannschaften am 13. Februar zuletzt aufeinanderprallten, gab es gleich zwei Spieldauerdisziplinarstrafen, viele unsaubere Aktionen und eine Menge offene Rechnungen.

Für Jokerit ist Dynamo so etwas wie ein Angstgegner, die letzten elf Begegnungen gewannen jeweils die Russen. Helsinki wird vor allem mit Härte versuchen, Dynamos kongeniales Sturmduo Vadim Shipachyov und Dmitry Kagarlitsky zu stoppen. Die beiden russischen Nationalstürmer müssen wiederum beweisen, dass sie auch in der Endrunde glänzen können. Am Ende wird wohl die jeweilige Tagesform über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Gleiches gilt für zwei tolle Serien, auf die sich die Fans im Osten freuen können und die beide erst am letzten Spieltag feststanden. Bei Metallurg gegen Salavat trifft die starke Defensive von Magnitogorsk mit viel Erfahrung auf eine gute Offensive von Ufa, der allerdings die Konstanz fehlt. Salavat war der Tabellenrang am Ende sogar so unwichtig, dass sie zur Auswärtsreise in den äußersten Osten Russlands ihre Stars zu Hause ließen und sich mit Nachwuchsakteuren Niederlagen abholten. Ob sich so viel Arroganz am Ende auszahlt, bleibt abzuwarten, auf dem Papier ist Magnitka favorisiert.

Komplett ausgeglichen ist dagegen das Aufeinandertreffen des aktuellen Gagarin Cup Siegers Ak Bars Kazan gegen Avangard Omsk. Bei Kazan haben alle Akteure mehr als einmal bewiesen, dass sie in der Endrunde eine ganze Stufe besser agieren, als im Rest des Jahres. Und Avangard gilt in diesem Jahr ligaweit als Geheimfavorit. „Wir müssen gleich in der ersten Runde gegen den amtierenden Champion antreten, das ist eine große Herausforderung für uns, aber der Weg zum Cup ist immer schwer“, so Omsk Coach Bob Hartley, der nach dem Stanley Cup 2001 und dem Schweizer Meistertitel 2012 nun auch den Gagarin Cup gewinnen will.