Mit Ausgeglichenheit gegen die Finanzprobleme

Die Scherben der Vergangenheit sind gefährlich. Groß ist die Gefahr, sich immer wieder daran zu verletzen, bis sie aufgekehrt sind. Die Scherben der KHL sind die großen Finanzprobleme an einigen Standorten. Im Zuge der Wirtschaftskrise sind diesen Klubs wichtige Einnahmen weggebrochen. Noch immer warten Spieler auf ausstehende Gehälter aus der Vorsaison.

Zum 1. November verbot die Ligazentrale den vier Klubs Admiral, Medvescsak, Sibir und Slovan daher, neue Spieler zu verpflichten bis diese Schulden bezahlt sind. Sibir und Admiral gelang dies, beide Organisationen sind seit 23. November von der Liste gestrichen. Bei den EU-Klubs aus Zagreb und Bratislava geht das Warten weiter. Und wie die finanzielle Situation in dieser Spielzeit aussieht, erfährt die Öffentlichkeit wahrscheinlich erst nach der Saison.

Dennoch, oder vielleicht gerade deshalb ist die sportliche Ausgeglichenheit aktuell so groß wie noch nie. Mit Bratislava und Medvescak kämpfen zwei Schuldenklubs in der stärkeren Western Conference sogar um die Playoffs. Auch im Osten offenbart die Tabelle, wie eng die Teams mittlerweile aneinander gerückt sind: So hat der erstplatzierte Novosibirsk nur zwei Siege nach regulärer Spielzeit mehr auf dem Konto als der Tabellenzehnte Barys. Jeder Punkt ist entscheidend.

Ein Jahr seit der Amtsübernahme von Liga-Präsident Dmitry Chernyshenko sieht er die KHL auf einem guten Weg: „Die Liga entwickelt sich und geht stärker auf die Bedürfnisse der Klubs ein“, so Chernyshenko gegenüber der R-Sport. So hat die KHL über 500 Änderungen ins Reglement aufgenommen, die von den Vereinen initiiert wurden. Die Sorgen und Nöte gerade kleiner Standorte werden berücksichtigt. Und auch für die Geldsorgen fühlt sich die KHL besser gewappnet. Durch die strengeren Kontrollen kann kein Klub mehr eine finanzielle Schieflage lange verstecken.

Gelöst sind die strukturellen Probleme dadurch natürlich nicht. Daher ist es besonders wichtig, dass immer mehr finanzschwache Mannschaften die Tabelle durcheinanderwirbeln und das Modell, Erfolg nicht mit Geld erzwingen zu können, ligaweit Schule macht.

Antipoden der KHL

Jubelnde Fans und zufriedene Verantwortliche auf der einen Seite – traurige Gesichter und ratlose Manager auf der anderen: In der KHL liegen Freud und Leid dicht beieinander. Doch nur selten ist der Kontrast so groß wie aktuell zwischen dem überraschend starken Neuling Zagreb und dem gestürzten Favoriten aus Omsk. Antipoden der KHL weiterlesen