Nach viereinhalb Jahren weitreichender Einschränkungen für russische Athleten lockert das IOC einen zentralen Baustein: Das Russische Olympische Komitee wird wieder aufgenommen. Für russische Eishockeyspieler ändert sich vorerst trotzdem nichts.
Am 7. Juli 2026 hob das IOC-Exekutivkomitee die Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees (ROC) vorläufig auf. Verhängt worden war sie am 12. Oktober 2023, wegen „Verletzung der territorialen Integrität des Nationalen Olympischen Komitees der Ukraine“.
Laut IOC entfallen damit die empfohlenen Teilnahmebedingungen und „Schutzmaßnahmen“ für russische Athletinnen und Athleten. Der formale Grund für den Ausschluss ist verschwunden. Über die zentrale Frage, also die Rückkehr von Flagge, Hymne und Nationalsymbolen, will Lausanne aber erst später entscheiden.
Russlands Sportminister und ROC-Chef Michail Degtjarev begrüßte den Schritt in sozialen Netzwerken und wertete ihn als Signal an die Weltverbände. „Die Rückkehr unseres Landes in die olympische Familie bedeutet grünes Licht für die internationalen Verbände“, schrieb er und fügte hinzu, die olympische Bewegung müsse „außerhalb der Politik“ stehen.
Doch die Realität sieht anders aus, deutlich zurückhaltender. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry setzt erkennbar auf eine „Strategie der kleinen Schritte“. Die Flagge, anders als bei Belarus, gibt es vorerst nicht zurück. Und die entscheidenden Beschlüsse liegen ohnehin bei den autonom agierenden Weltverbänden.
Genau hier trifft es das Eishockey: In Sportarten wie Leichtathletik, Biathlon, Surfen, Fußball und Eishockey gilt weiterhin ein faktischer Totalbann. Auch für Junioren, obwohl das IOC bereits im Dezember des Vorjahres empfohlen hatte, die Einschränkungen im Nachwuchsbereich zu lockern.
Für die Sbornaja und ihre KHL-Stars bleibt das internationale Parkett damit vorerst gesperrt. Ein zentrales Dokument, um gegenüber der IIHF auf ihre Rechte zu pochen, halten die Russen nun jedoch in ihren Händen.