Zum ersten Mal seit 2022 darf eine russische Delegation wieder persönlich am Tisch sitzen. Und beim kommenden Treffen geht es um viel.
Der russische Eishockeyverband FHR hat eine Einladung zum halbjährlichen Kongress der Internationalen Eishockey-Föderation IIHF erhalten. Das meldet die Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf den Verband. Der Kongress läuft vom 29. September bis 2. Oktober.
„Die IIHF hat eine Bestätigung geschickt, dass sie Vertreter der FHR zur persönlichen Teilnahme am halbjährlichen Kongress eingeladen hat“, zitiert die Agentur einen Gesprächspartner beim Verband.
Warum das mehr ist als ein Formaltermin? Auf diesem Kongress stehen Wahlen an: Gewählt werden der Präsident und der Council der IIHF, also das zentrale Führungsgremium des Weltverbands. Russland schickt einen eigenen Kandidaten ins Rennen: FHR-Generaldirektor Dmitri Kurbatov bewirbt sich um einen Sitz im Council.
Der Zeitpunkt der Entscheidung hat Gewicht. Seit dem Ausschluss infolge des Kriegs in der Ukraine durfte der Verband bei IIHF-Kongressen nur virtuell dabei sein. Doch am 7. Juli 2026 hob das IOC-Exekutivkomitee die Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees (ROC) vorläufig auf. Der IIHF-Kongress im Herbst ist nun der erste, zu dem die FHR wieder physisch geladen ist.
Für die russischen Nationalspieler ändert sich damit vorerst nichts. Die Sbornaja bleibt weiterhin vom internationalen Spielbetrieb ausgeschlossen, ein Datum für eine mögliche Rückkehr auf das Eis nennt die IIHF nicht. Klar ist jedoch: Die neue Führungsriege wird die Entscheidung über die Zukunft der russischen Nationalmannschaften treffen.