Ein Devils-Champion für Minsk

Drei Stanley Cups als Spieler, danach 14 Jahre im Trainerstab der New Jersey Devils. Für den ersten Cheftrainer-Posten seiner Laufbahn wählt Sergei Brylin ausgerechnet Minsk. Und übernimmt gleich noch ein zweites Amt.

Sergei Brylin steht ab sofort an der Bande von Dinamo Minsk. Der 52-Jährige unterschrieb einen Vertrag über drei Spielzeiten. Er folgt auf Dmitri Kvartalnov, der zum amtierenden Gagarin-Cup-Sieger Lokomotiv Yaroslavl wechselt.

Der Name dürfte NHL-Fans etwas sagen: Der gebürtige Moskauer Sergei Brylin wurde 1992 von New Jersey gedraftet und gewann als Spieler dreimal den Stanley Cup, alle drei Titel mit den Devils. Seine aktive Laufbahn ließ er in der KHL ausklingen: drei Jahre bei SKA St. Petersburg, zuletzt 2011/12 bei Metallurg Novokuznetsk.

Danach kehrte er nach New Jersey zurück, diesmal als Trainer. Zehn Jahre arbeitete er sich durch die AHL-Farmteams der Devils, von Albany über Binghamton bis Utica. Ab 2022 gehörte er zum Assistenzstab des NHL-Teams. Cheftrainer war er nie. Bis jetzt.

Dmitri Baskov, weißrussischer Senator und Vorsitzender des Aufsichtsrats von Dinamo, erklärt die Gründe für die Verpflichtung. „Dinamo suchte einen Trainer, der mühelos einen Draht zu den Legionären findet und viel Wert auf die Arbeit mit der Jugend legt. Für ihn gibt es keine sprachliche und keine kulturelle Barriere mit den Spielern“, schrieb Baskov auf Telegram. Auch Alexander Ovechkin habe Brylin früh eine Trainerlaufbahn vorhergesagt.

Es bleibt nicht bei einem Amt. Neben Dinamo Minsk übernimmt Brylin zugleich die weißrussische Nationalmannschaft. „Es war doppelt ehrenvoll, das Angebot anzunehmen“, sagte Brylin gegenüber der Nachrichtenagentur TASS. Viel zu trainieren gibt es dort derzeit allerdings nicht. Weißrussland ist bei den IIHF-Turnieren weiter gesperrt. Für 2026/27 kehren zunächst nur die Nachwuchsteams zurück, darunter die U18-Auswahl der Männer.