Ultimativer Showdown um den Gagarin Cup

Es ist der ultimative Eishockey-Thriller: Am heutigen Dienstag um 18.30 Uhr deutscher Zeit findet im alterwürdigen Eisstadion von Armeeklub CSKA Moskau am Leningradski Prospekt das siebte Spiel des Gagarin Cup-Finales 2016 statt.

Fünf der bisher sechs Partien der Serie zwischen Moskau und Metallurg Magnitogorsk glichen einem einzigen Muster: nur ein Tor machte jeweils den Unterschied, dreimal stand der Sieger sogar erst in der Verlängerung fest. Auch für das allerletzte Spiel der Saison 2015/16 erwarten Trainer und Spieler eine enge Partie. Doch die Kräfte auf beiden Seiten schwinden zunehmend. Es wird daher vermehrt auf das Nervenköstum, die Disziplin und Aktionen einzelner Akteure ankommen.

„Für die KHL und das russische Eishockey insgesamt ist dieses Spiel Sieben großartig“, freut sich TV-Experte und Ex-Spieler Sergei Gimayev. Tatsächlich ist es nur fair, dass die sportlich vielleicht stärkste Finalserie der noch jungen KHL-Geschichte über die volle Distanz geht. In Spiel Fünf und Sechs agierte CSKA über weite Strecken beinahe perfekt: enormes Pressing, viel Druck auf das gegnerische Tor, Dominanz in den Zweikämpfen. Metallurg reichten jedoch in beiden Partien weniger als zehn starke Spielminuten der Topformation, um die Partien jeweils zu drehen. Beides Mal war es Superstar Sergei Mozyakin der eine der wichtigsten Sportweisheiten wahr machte: Große Spieler entscheiden große Spiele. In Moskau erzielte der Kapitän von Magnitogorsk erst den späten Ausgleich, um dann in der Verlängerung das entscheidende zweite Tor zu schießen.

In Spiel Sechs sorgte Mozyakin, der die Scorerliste auch in den Playoffs wieder anführt, mit zwei Vorlagen für den späten Ausgleich. In der Verlängerung wurde dann aber Moskaus Mikhail Yunkov zum Helden. Vor zwei Jahren feierte er noch mit Metallurg den Gagarin Cup-Sieg, jetzt besiegelte sein Treffer die heutige siebte Partie. Der psychologische Vorteil liegt daher beim Hauptstadtklub.

Insgesamt geht CSKA als Favorit in die Begegnung. Für Magnitka spricht jedoch die Erfahrung. Auch 2014 gegen Prag gewann das Team den Titel in einem Spiel Sieben. „Ja, so eine Partie hat tatsächlich seine eigenen Regeln“, erklärt Ilja Vorobjev. Der Trainer von Metallurg erwartet „ein komplett anderes Niveau mentaler Härte und ein sehr schwieriges Match.“

Für die heutige Begegnung gilt es für Moskau zudem einen Fluch zu besiegen: Noch nie konnte der KHL-Hauptrundensieger den Titel gewinnen. CSKA will mit dem ersten Gagarin Cup der ruhmreichen Historie heute also doppelt Geschichte schreiben.

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