Endlich wieder Finale

 

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Auf verlorenem Posten oder doch die nächste Sensation? Lokomotive Jaroslawl steht im Conference-Finale unter besonderer Beobachtung.

Ein Datum ist für Lokomotive Jaroslawl bis heute unvergessen: Der 7. September 2011, als das komplette Profiteam beim Flugzeugabsturz ums Leben kam. Eine schwarze Schleife der Erinnerung mit dem tragischen Datum ziert bis heute jedes Trikot von Loko. Damals galt die Mannschaft als einer der großen Favoriten auf den Gagarin Cup. Heute, sechs Jahre später, steht Jaroslawl wieder in einem Conference-Finale. Der Sieg im Halbfinale gegen den Favoriten CSKA Moskau ist die größte Sensation der laufenden Playoffs. Gegen den zweiten und nicht minder ambitionierten Armeeklub SKA St. Petersburg kämpft Loko nun um die nächste Überraschung.

„Das wichtigste ist, dass Lokomotive durch den Sieg gegen CSKA großes Selbstvertrauen getankt hat. Die Mannschaft weiß, dass sie einen großen Klub besiegen kann – dieser Faktor spielt eine bedeutende Rolle in der Serie gegen SKA,“ erklärt Russlands ehemaliger Nationalverteidiger und aktueller TV-Experte Alexander Guzkov. Tatsächlich verkaufte sich Loko trotz der beiden Niederlagen in den ersten Spielen in St. Petersburg gegen das Starensemble bisher mindestens ebenbürtig.

In Spiel eins gelang SKA der Ausgleich erst Sekunden vor der Schlusssirene und in der Verlängerung reichte ein Fehler zu Sieg des Favoriten. In Spiel zwei war Loko läuferisch überlegen, schoss häufiger aufs Tor und verlor am Ende trotzdem. „SKA verwandelte seine Chance, wir nicht“, analysierte ein frustrierter Coach Alexei Kudashov. Doch Jaroslawl kann mit Tiefschlägen umgehen. Das Team ist gereift und trotz des Ausfalls von Stammtorhüter Murygin in der Lage, gegen St. Petersburg auf Augenhöhe zu agieren.

Allein das ist schon eine Sensation – das Weiterkommen gegen CSKA Moskau erst Recht. Die Erfolgsfaktoren dieses kleinen Frühlingsmärchens sind harte Arbeit, Vertrauen in die eigenen Stärken und Kontinuität. Denn Kudashov durfte nach dem Playoff-Aus im Vorjahr weiterarbeiten und sein Team Stück für Stück verbessern. Die vielen jungen Akteure im Kader sind Stammkräfte und versauern nicht in der vierten Reihe.

Und die fünf Ausländer sind alles Leistungsträger – auch wenn die zweite Niederlage in St. Petersburg vor allem auf Ihr Konto ging. Insgesamt braucht sich Loko bisher keine Vorwürfe machen. Für die weiteren Partien bleibt Jaroslawl trotzdem nur die Hoffnung, dass sich Fortuna auf die Seite des Außenseiter schlägt. Der Charakter der Spieler wird bleiben – und Loko bis zum Schluss um die nächste Sensation kämpfen.

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