Ovechkin unterstützt Putin

Sport und Politik sind sehr eng miteinander verbunden. Großveranstaltungen wie Olympische Spiele oder Weltmeisterschaften haben somit immer auch eine symbolische und politische Bedeutung. Denn alle schauen hin und alle fiebern mit.

Die Geschichte ist daher voll mit Protestsymbolen und -aktionen sowie Boykotts. Dass sich ein Sportler politisch engagiert, ist auch nicht neu – und doch sorgt NHL-Star Alexander Ovechkin aktuell für viel Furore. Denn Anfang November gründete der russische Stürmer der Washington Capitals via Instagram das sogenannte „Putin Team“.

In seinem Post rief er prominente Sportler dazu auf, mit der Teilnahme ihre Unterstützung für den russischen Präsidenten öffentlich zu bekunden. „Ich habe meine Haltung gegenüber unserem Präsidenten nie verheimlicht. Ich bin sicher, dass viele von uns Putin unterstützen. Lasst uns zusammenrücken und allen ein starkes und eng verbundenes Russland zeigen“, so Ovechkin auf der Social Media-Plattform. Dieser Aufforderung folgen bisher viele namhafte russische Sportler, allen voran Eishockeyprofis aus der NHL und KHL:

Zu den Unterstützern des Putin-Teams gehören mittlerweile Evgeni Malkin, Ilja Kovalchuk und die Ex-Stars Pavel Bure sowie Slava Fetisov, aber auch Basketballspieler und -trainer und auch Schach-Großmeister Sergei Karjakin. Doch was soll die Aktion bewirken? Im Westen gilt Wladimir Putin spätestens seit der Ukraine-Krise als Urheber allen Übels. Eine PR-Aktion von Ovechkin wird daran nichts ändern.

Im Gegenteil: Viele Kommentare zur Ankündigung fallen negativ aus, auch und vor allem in Russland selbst. Doch 2018 sind in Russland Präsidentschaftswahlen und obwohl Putin seine Kandidatur offiziell noch nicht bestätigt hat, gehen viele Beobachter davon aus, dass er für eine vierte Amtszeit antritt. Spätestens dann wird der mediale Druck vor allem international noch einmal zunehmen.

Ob das Putin-Team als soziale Bewegung im Wahlkampf tatsächlich eine Rolle spielen kann, entscheidet sich nächstes Jahr. Bis dahin bleibt es abzuwarten, welche Akteure noch ins „Team“ kommen. Schließlich ist der Sport die größte Kommunikationsplattform weltweit.

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