Die Rückkehr einer Dynastie

 

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Ak Bars Kazan ist Gagarin Cup-Champion 2018. Mit diesem Erfolg steigt der Klub zum erfolgreichsten Standort der noch jungen KHL-Geschichte auf.

Am Ende ging es ganz schnell: 2:1, 2:1, 2:3, 3:1 und 1:0 lauteten die Ergebnisse der fünf Partien zwischen Kazan und Favorit CSKA Moskau, ehe der Gagarin Cup kurz nach halb acht Moskauer Zeit am Sonntag in die Höhe der Tatneft-Arena gestreckt wurde. Kapitän Alexander Svitov und Playoff-MVP Justin Azevedo stemmten die Trophäe gemeinsam – ein Zeichen der mannschaftlichen Geschlossenheit bei Ak Bars. Denn dieser Triumph gehört dem ganzen Team, das routiniert und ohne viel Aufmerksamkeit zu erregen durch die Playoffs marschierte. Immer mit dem großen Ziel vor Augen.

Kein einziger Akteur der Mannschaft war für die Sbornaja bei Olympia nominiert. Daher flog Kazan im Februar inklusive Spielerfrauen und Familien in die Vereinigten Arabischen Emiraten, um gemeinsam auszuspannen und Sonne zu tanken, für den Rest der Saison. Ein lohnender Abstecher, denn vielleicht entstand gerade während dieser Zeit das Zusammengehörigkeitsgefühl, das die Mannschaft gegen Moskau besonders auszeichnete. Jeder im Team arbeitete für den anderen, kämpfte, blockte Schüsse und motivierte.

Dazu kam die geradezu unterwürfige Disziplin, sich strickt an die vorgegebene Taktik von Trainer Zinetula Bilyaletdinov zu halten. Schön waren die Finalspiele daher nicht. Mit insgesamt nur 16 Toren in fünf Partien stellten beide Teams sogar einen neuen Negativrekord auf. Es gewann jeweils das Team, das den ersten Treffer erzielte. Beide Mannschaften lebten davon, das Spiel des Gegners zu zerstören, defensiv perfekt zu stehen und blitzschnell zu kontern. Mit genau der gleichen Taktik holte Kazan bereits in den ersten beiden Spielzeiten der KHL-Geschichte den Titel.

Trainer Bilyaletdinov zog damit mit Oleg Znarok gleich, der ebenfalls dreimal den Cup gewann. Auch Stürmer Danis Zaripov, der im Sommer in seine Wahlheimat zurückkehrte und mit dem Dopingskandal für die einzigen negativen Schlagzeilen der Spielzeit in Kazan sorgte, baute seine Trophäensammlung weiter aus. Mit nun fünf Gagarin Cups ist er der mit Abstand erfolgreichste Akteur in der Geschichte der Liga. Bester Angreifer in diesem Jahr war aber Justin Azevedo. Der nur 1,70 Meter kleine Kanadier zeigte in der Endrunde überragende Leistungen und sicherte sich als erster Ausländer überhaupt den Titel als wertvollster Spieler.

Wenig Technik, wenig Raffinesse, dafür viel Kampf und taktische Disziplin: Die Spieler von Ak Bars und ihre Fans ließen sich von den Kommentaren neutraler Zuschauer den Abend nicht verderben und feierten ausgelassen den großen Triumph und die Rückkehr auf den KHL-Thron.

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