Endspurt in der KHL

Die KHL-Saison 2018/19 befindet sich auf der Zielgeraden. Weniger als zehn Spiele bleiben den meisten der 25 Mannschaften, um die Playoffs doch noch zu erreichen oder ihre Position zu festigen. Wir geben Ihnen einen Überblick über die letzten offenen Fragen.

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Direkt vor Saisonbeginn änderte die KHL die Regeln und kehrte zum Zwei-Punkte-System zurück. Hintergrund war der Wunsch, mehr Spannung in die Liga zu bekommen, den Kampf um die Playoffs möglichst lange spannend zu halten und die großen Abstände zu verringern. Beim Blick auf die Tabelle wird schnell klar, dass die Reform gescheitert ist. Denn wie so häufig wurden zwar die Symptome bekämpft, nicht aber die Ursachen angegangen. Denn solange die Voraussetzungen an den Standorten weiterhin so unterschiedlich sind wie in der KHL, wird sich an der Tabelle nicht viel ändern.

Western Conference

So ist es daher keine Überraschung, dass im Westen erneut CSKA Moskau, SKA St. Petersburg, Lokomotive Jaroslawl und Jokerit Helsinki die ersten vier Plätze belegen. Einzig die Frage, ob SKA oder CSKA Erster wird und wer sich von den Verfolgern Rang drei sichert, ist noch offen.

Bereits im Vorjahr starteten die vier Klubs mit Heimspielen in die Endrunde. Es schient fast so, dass der Tabellenrang schon vor Beginn der Saison feststeht – ein Armutszeugnis für die sportliche Konkurrenz. Wenigstens auf den Plätzen dahinter ist zumindest so etwas wie Spannung möglich. Rein rechnerisch machten sich am vergangenen Wochenende noch sieben Teams Hoffnungen auf die verbliebenen vier Tickets. Realistisch betrachtet, sind es jedoch nur fünf Standorte mit Chancen auf die Endrunde.

Wenn man den Spielplan betrachtet, könnte Dinamo Riga am Ende triumphieren. Doch egal, wer am Ende den Einzug schafft: Gegen SKA oder CSKA ist ohnehin in der ersten Runde Schluss. Auch die jüngste Überlegung, die Anzahl der Spiele in Zukunft noch weiter zu erhöhen, wird daran nichts ändern. Dies ist nur möglich, wenn die angedachte Gehaltsobergrenze tatsächlich umgesetzt wird und damit gleiche Voraussetzungen für alle Standorte herrschen.

Eastern Conference

Im Osten ist die Spannung auf dem Papier sogar noch kleiner. Zwar gibt es hier kein komplett abgeschlagenes Team wie Slovan Bratislava, dennoch sind von den acht Endrundenplätzen bereits sechs vergeben. Immerhin ist der tabellarische Abstand zwischen den Mannschaften geringer. Und es wird aller Voraussicht nach einen neuen Hauptrundensieger geben.

Avtomobilist Ekaterinburg hat die neuen finanziellen Möglichkeiten ideal genutzt und den Schwung des starken Saisonbeginns trotz einzelner Schwächephasen behalten. Dahinter kämpfen gleich mehrere Teams um die beste Ausgangsposition und es scheint wahrscheinlich, dass finanzstarke Standorte wie Kazan, Omsk, Ufa und Magnitogorsk bereits in der ersten Playoff-Runde aufeinandertreffen.

Positiv überraschen konnte bislang vor allem Barys Astana. Die Kasachen spielen trotz des Weggangs ihres langjährigen Superstars Nigel Dawes eine starke Spielzeit. Meister Kazan agiert dagegen bisher eher unter den Möglichkeiten, aber Vorsicht: Im Kader von Ak Bars stehen gleich eine Reihe von ausgemachten Endrundenexperten. Mit dem Gagarin-Sieger von 2018 ist also auch in diesem Jahr zu rechnen.

Offiziell endet die KHL-Hauptrunde am 22. Februar. Spektakulär war sie selten. In Erinnerung bleiben daher vor allem die Serien: Severstal stellte einen neuen Klubrekord an Siegen hintereinander auf, Avtomobilist gewann gar 18 Spiele in Folge. Und Sibir kassierte zu Saisonbeginn zwölf Niederlagen am Stück. Jetzt hoffen die Fans auf spannende Playoffs.