Andrei Markov zurück in Russland

Der Wechsel von Andrei Markov von den Montreal Canadiens zu Ak Bars Kazan ist der spektakulärste Transfer des Sommers aus Richtung NHL in die KHL. Für Markov ist der Schritt jedoch nur die zweite Wahl. „It is sad for me to leave.“ Diese Worte von Andrei Markov brauchen keine keine Übersetzung, um zu wirken. Der Verteidiger spielte seine gesamte NHL-Karriere für Montreal – insgesamt 990 Spiele, in denen er 119 Tore erzielte und 453 Assists-Punkt sammelte. Auch mit 38-Jahren gehörte er zu den stärksten Defendern der Canadiens und wollte seine Karriere unbedingt dort fortsetzen. Nachdem es mit dem erhofften Zwei-Jahres-Vertrag nicht klappte, war er sogar bereit für nur eine Saison zu unterschreiben, nur um in Montreal bleiben zu können. Doch eine Einigung mit General Manager Marc Bergevin schlug fehl. Auf passende Angebote aus Russland musste Markov anschließend nicht lange warten, am Ende entschied er sich für Kazan: „Meine Entscheidung hat mit der Familie zu tun. Ich sehe mich nicht in einem anderen NHL-Trikot und für die Kinder ist es einfacher, sich in Russland zurechtzufinden, als in eine andere nordamerikanische Stadt umziehen zu müssen“, so Markov.

Für die KHL ist sein Wechsel ein großes Glück, schließlich lenkt er von den vielen negativen Nachrichten der jüngsten Vergangenheit ab. Besonders hervorzuheben ist zudem die Tatsache, dass sich Markov nicht den sogenannten Basis-Klubs der Sbornaja also CSKA Moskau oder SKA St. Petersburg anschloss, sondern eben Kazan. Ex-Nationaltrainer Zinetula Bilyaletdinov, der Markov bereits zu seinem Karrierebeginn bei Dynamo Moskau trainierte, war der entscheidende Türöffner. „Ich kenne alle seine Forderungen als Trainer und wollte unbedingt wieder mit ihm zusammenarbeiten“, so Markov über seinen alten und neuen Coach.

Kazan startet nach dem Aderlass in Magnitogorsk nun als Favorit in der Eastern Conference in die Spielzeit. Markov selbst wird jedoch Zeit brauchen, um sich an die größere Eisfläche und den frühen Saisonbeginn zu gewöhnen. Gelingt es ihm jedoch, seine Form aus dem Vorjahr zu konservieren, gehört er zu den stärksten Verteidigern in der KHL und ist auch ein Kandidat für die Sbornaja bei den Olympischen Spielen. Vielleicht wird die zweite Wahl für Andrei Markov doch noch eine goldene.

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