Premiere für einen Exoten: Sun Zehao ist der erste chinesische Goalie in der KHL

Wäre seine Geschichte ein Hollywoodfilm, wäre Sun Zehao ein Held, der von seinen Teamkameraden auf Händen getragen wird. Im echten Leben verlief die Premiere des ersten chinesischen Torhüters in der KHL deutlich nüchterner.

Nachdem sein Team Kunlun Red Stars beim Heimspiel gegen Jaroslawl nach dem ersten Drittel bereits mit 0:3 im Rückstand lag, hatte das lange Warten von Sun Zehao ein Ende. Vor 2245 Zuschauern durfte er zum ersten Mal in einem Pflichtspiel aufs Eis – als erster Chinese in der KHL überhaupt.

Offiziell stand er dabei 39 Minuten und 59 Sekunden auf dem Eis und kassierte zwei Tore bei 15 Schüssen. Zu Ende ging sein Debüt mit einer Fangquote von 86,7 Prozent. Für Zehao war es trotzdem ein Sieg. Denn obwohl die Red Stars bereits in ihrer dritten Saison in der Liga spielen, sind Einsätze einheimischer Akteure immer noch eine Rarität. Erst Recht auf der so wichtigen Torhüterposition.

Sun Zehao hat hart dafür gearbeitet, in die Geschichtsbücher einzugehen. Und es war ein mühsamer Weg. Denn eine Eishockeyinfrastruktur sowie professionelle Programme und Trainer sind in China erst jetzt im Entstehen. Der 23-Jährige musste sich in seiner Jugend mit Videos von anderen Torhütern begnügen. Von Beginn an war er auf sich alleine gestellt, Disziplin und der unbändige Wille, sich stetig zu verbessern, treiben ihn an.

Für ihn ist der chinesische KHL-Standort daher eine einmalige Gelegenheit, zum ersten Mal in einem professionellen Umfeld zu arbeiten. Und er ist fest entschlossen, seine Chance zu nutzen. Auf der offiziellen Webseite des Klubs verrät er die Geschichte hinter seiner Rückennummer 32 wie ein asiatischer Lehrmeister: „Es gibt 31 Tage im Monat und ich muss 32 Tage Mühe aufwenden.“

Es ist leicht, seinen Worten zu glauben. Sun Zehao, Spitzname Sunny, arbeitet täglich bis zur absoluten Erschöpfung. Er gilt als besonders fleißig und weiß, dass es noch viel zu verbessern gibt. Spielpraxis ist daher das höchste Gut, doch Kunlun steckt mittendrin im Playoff-Kampf: Mehr als die Brotsamen, eine bereits verlorene Partie bis zum Ende zu führen, bleiben für den Goalie nicht übrig. Sun Zehao wird seinen Weg trotzdem weitergehen und auf den nächsten Einsatz hoffen. Das Happy End hat er klar vor Augen.